NEWS-Letter I/98: FESTO |
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FESTO Didactic GmbH & Co.Spielend die Produktion steuern - Erfahrungen der Festo AG bei der Einführung von Kanban-ProduktionssteuerungenNach allgemeinem Verständnis sind Arbeit und Spiel zwei verschiedene Dinge. Doch wie immer, Ausnahmen bestätigen die Regel. Besonders dann, wenn es sich um so sensible Dinge wie die Umstellung von einer konventionellen in eine ziehende Produktionssteuerung handelt. Funktioniert eine ziehende Fertigungssteuerung in der Praxis tatsächlich? Sind kundenorientierte Fertigung und niedrige Lagerbestände nicht einander ausschließende Anforderungen? Wieso kann sich eine Kanban-Produktionssteuerung Überkapazitäten leisten, wo doch bisher die optimale Auslastung der Maschinen und Mitarbeiter im Vordergrund stand? Das sind Fragen, die sich zwar leidlich beantworten lassen, doch emotionale Aspekte wie Zweifel, Ängste, innere Widerstände sind auf dem Weg des Erklärens nicht auszuräumen. Durchspielen müßte man das ganze einmal, war sehr häufig von den betroffenen Mitarbeitern zu hören. Und "durchspielen" war zugleich auch das Stichwort für Festo Didactic, Geschäftsbereich shop-floor innovation, um die reale Fertigung in einer Modellproduktion nachzubilden und damit das Kanban-Planspiel zu entwickeln. Aufgabe der Spieler im Kanban-Planspiel ist es, innerhalb von 45 Minuten jeweils 60 Pneumatikzylinder aus der Didactic-MPS-Serie zu fertigen. Die anfänglich vorgegebene Organisationsstruktur erweist sich dabei sehr schnell als hemmend, um die Unternehmensziele der Kanban-Corporation, effiziente Produktion und hohe Kundenzufriedenheit, zu erreichen. Das Spielteam hat nun im weiteren die Aufgabe, die Organisation der Produktion so zu verändern, daß die genannten Ziele erfüllt werden. Unter Zuhilfenahme von Elementen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, der strukturierten Problemanalyse und verschiedener Kreativitätstechniken werden Fertigungsinseln gebildet, Teamarbeit entwickelt und produktionsnahe Lager eingerichtet. Bis sich schließlich das Team in einem letzten Schritt die Frage stellt, warum es nach Planzahlen fertigt, wenn für den Erfolg des Unternehmens doch die Nachfrage des Kunden und dessen pünktliche, zuverlässige und qualitätsgerechte Belieferung verantwortlich ist. Also die Produktion verbrauchsorientiert gesteuert werden sollte. Bis auf die erste Organisationsstruktur erarbeiten sich die Mitspieler alle weiteren Produktionsorganisationen selbständig und überprüfen diese in einer jeweils nachfolgenden Spielrunde auf ihren Erfolg. Vorbehalte und Zweifel gegenüber einer Kanban-Produktionssteuerung werden so abgebaut. Zugleich begreifen die Mitarbeiter, daß ihr Verhalten wesentlichen Einfluß auf die Funktion einer ziehenden Fertigungssteuerung besitzt. Die ersten Planspiele fanden erfolgreich für die Festo-Produktionsmitarbeiter des Standortes Berkheim statt. "Mit konventionellen Schulungen", so die Einschätzung des Projektleiters "Einführung einer ziehenden Fertigungssteuerung", "wäre die hohe Akzeptanz und die Bereitschaft der Mitarbeiter, die ziehende Fertigungssteuerung einzuführen und mitzugestalten, nie erreichbar gewesen." Für nähere Informationen steht Ihnen Holger Regber, Festo shop-floor innovation, T. 0371/50145 oder 0711/34670 zur Verfügung. Festo AG |
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