Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Arbeitgeberverbände e.V.
Frauen als Unternehmerinnen: bfz eröffnet vier Zentren für Existenzgründerinnen
Existenzgründungen sind wirkungsvolle Instrumente der Arbeitsmarktpolitik. Mit jeder Gründung werden bereits in den ersten Jahren im Durchschnitt rund zwei Arbeitsplätze geschaffen. Nur ein Drittel der Firmengründungen geht auf die Initiative von Frauen zurück. Untersuchungen zeigen aber, daß die Chancen ihrer Unternehmen denen der Männer in nichts nachstehen. Frauen sind keineswegs schlechtere Unternehmer als Männer. Insofern bieten sich Existenzgründungen für Frauen durchaus als Weg aus der Arbeitslosigkeit an. Denn hiervon sind Frauen nach wie vor überdurchschnittlich betroffen. Ihre Arbeitslosenquote, insbesondere bei Langzeitarbeitslosigkeit, ist größer als bei den Männern. Und sie haben größere Schwierigkeiten, aus der Arbeitslosigkeit herauszutreten.
Mit dem Projekt "Zentrum für Existenzgründerinnen", das aus Mitteln des bayerischen Arbeitsmarkt- und Sozialfonds gefördert wird, sollen diese Defizite abgebaut und Impulse für erfolgreiche Unternehmensgründungen von Frauen gegeben werden.
Die Arbeit der Zentren für Existenzgründerinnen
Frauen sollen zur Existenzgründung ermutigt werden. Die Chancen ihrer Geschäftsidee sollen durch gezielte Maßnahmen gesteigert werden:
- Schulung der Fach- und Handlungskompetenz
- gezielte Unterstützung bei der Umsetzung von Gründungsideen und -schritten
- Information und Begleitung.
Frauen brauchen eine längerfristige kontinuierliche Begleitung, auch über die Gründung ihres Unternehmens hinaus. Mit Hilfe der Zentren soll ein Netzwerk initiiert werden, das ihnen langfristig die hierbei notwendige Sicherheit gibt.
Das Seminarkonzept
In einem Forschungsprojekt "Weiterbildungskonzepte zur Existenzgründung von Frauen" im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie wurde eine Reihe von Forderungen aufgestellt:
- Orientierung der Qualifizierung und Betreuung an den Problemstellungen der Gründungsphasen (Vorgründungsphase, Existenzgründung im eigentlichen Sinn, Nachgründungsphase)
- modularer Aufbau der einzelnen Maßnahmen
- projekt- und praxisbezogenes Lernen im Wechsel mit theoretischen Bausteinen
- Fach- und Persönlichkeitsentwicklung in den einzelnen Modulen
- Vielfalt der Methoden, vor allem aktivierende, handlungs- und problemlösungsorientierte Lernmethoden und ein intensiver Erfahrungsaustausch, individuelles Coaching und Hospitationen
- keine Langzeitkurse, vielmehr kontinuierliche Begleitung
Das bfz-Konzept erfüllt mit seinen vier Zentren in den arbeitsmarktpolitischen Problemregionen in Schwaben, Mittel- und Oberfrangen sowie Niederbayern diese Forderungen. Es teilt sich in drei Phasen:
- eine Einführung und intensive Schulungsphase vor der eigentlichen Existenzgründung
- eine Projektphase begleitend zum Gründungsprozeß
- Follow-up-Seminare nach der Existenzgründung
In der ersten Phase werden über Gespräche, individuelle Situationsanalysen und Existenzgründungsplanspiele geeignete Interessentinnen für das Projekt ausgewählt. Ausgangsmotivation und Geschäftsideen der Frauen werden geklärt, auch Möglichkeiten einer Betriebsübernahme oder Betriebsnachfolge. Die notwendigen fachlichen Qualifikationen und Handlungskompetenzen werden vermittelt.
Die eigentliche Gründungsphase wird vorbereitet und begleitet durch ein intensives Projekttraining. Frauen können unter fachlicher Anleitung notwendige Recherchen durchführen, entsprechende Anträge, z. B. im Bereich der Finanzierung, erarbeiten und Verhandlungen mit zuständigen Stellen vorbereiten und führen.
In der Follow-up-Phase nach der Gründung werden einzelne Fachthemen vertieft. Handlungskompetenzen werden bedarfsorientiert gestärkt und spezielle Kriseninterventions- und Beratungsgespräche geführt.
In allen drei Phasen werden die Frauen im Einzelcoaching auch individuell begleitet. Jedes Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Das Curriculum umfaßt jeweils 270 Seminar- und Coachingtage.
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