Vorwort
In der heutigen Situation vieler mittelständischer Unternehmen, die von einer wachsenden Internationalisierung der Märkte und in Deutschland vergleichsweise hohen Personalkosten geprägt ist, wird die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zunehmend zu einem wichtigen Erfolgsfaktor.
Leistung, Motivation und Flexibilität der Mitarbeiter in den Mittelpunkt unternehmerischen Denkens und Handelns zu rücken, ist daher kein uneigennütziger Luxus, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Kleinere mittelständische Unternehmen haben nicht wie Großunternehmen die Möglichkeit, eigene spezialisierte und qualifizierte Abteilungen für die Personalentwicklung zu unterhalten. Entscheidungen über Weiterbildung als "Investition in die Köpfe" gehören deshalb zumeist in den Verantwortungsbereich der Unternehmensleitung.
In einigen mittelständischen Unternehmen nimmt jedoch die Förderung und Entwicklung der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter nicht den Stellenwert ein, die sie aus wirtschaftlichen Gründen haben sollte, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.
Unternehmer und Personalverantwortliche erhalten regelmäßig Angebote und Übersichten für Weiterbildungsmaßnahmen, die von umfassenden Jahresprogrammen großer Seminaranbieter bis zu pauschalen Angeboten für "maßgeschneiderte Konzepte" reichen. An einem mangelnden Angebot guter und für geeigneter Maßnahmen kann es also nicht liegen.
Als wichtige Gründe für die "Weiterbildungsabstinenz" mancher mittelständischer Unternehmen wird häufig geäußert, daß bei den vielen Angeboten die Übersicht fehlt und daß den Entscheidungsträgern nicht klar ist, welche Chancen Weiterbildung bietet. Anstelle einer systematischen Aufarbeitung entscheidet man sich dann oft dafür, auf die Nutzung externer Angebote zu verzichten.
Es fehlen gut zu handhabende Maßstäbe, die bei der Beurteilung der Vielzahl der Angebote helfen können. Die Unsicherheit über die Möglichkeiten, die die systematische Planung und Durchführung von Entwicklungsprozessen bietet, wird durch die Vielzahl der "Modetrends" in der Unternehmensentwicklung noch verstärkt.
Wie nutzt man das große Angebot, um für sein Unternehmen eine wirkungsvolle und wirtschaftliche Weiterbildung zu realisieren?
Die Qualität der in der Weiterbildung angebotenen Dienstleistungen kann man erst dann beurteilen, wenn man sie bereits in Anspruch genommen hat. Wie bei jedem "Erfahrungsgut" kann man vorab nur Erwartungen und Vermutungen äußern, ob die Leistung die Erwartungen erfüllen wird.
Die Unsicherheit über den Nutzen der Investition in Bildung darf jedoch kein Unternehmen davon abhalten, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Mitarbeiterstamms zu erhalten und bei den Mitarbeitern die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen.
Diese Broschüre soll Unternehmer und Personalverantwortliche in mittelständischen Unternehmen dabei unterstützen, aus den Angeboten des Weiterbildungsmarktes qualitäts-, kosten- und zielbewußt auszuwählen. Dabei muß die Inanspruchnahme der Dienstleistung Weiterbildung immer als "make or buy"- Entscheidung gesehen werden: Ausgehend von den Zielen, die mit der Weiterbildungs- oder Personalentwicklungsmaßnahme verfolgt werden sollen, kann man auf Basis verfügbarer Mittel und Kapazitäten entscheiden, auf welche Weise die Maßnahme realisiert werden kann.
Mit den in dieser Broschüre zusammengefaßten Checklisten hat der Wuppertaler Kreis Hilfsmittel zusammengestellt, die mittelständische Unternehmen dabei unterstützen sollen, zielorientiert und problembewußt - aber trotzdem auf pragmatische Art und Weise - die richtige Auswahl unter den auf dem Markt angebotenen Dienstleistungen zu treffen.
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