Der Austausch fand erneut in den Veranstaltungsräumen von BDI/BDA im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin statt und widmete sich den neuesten Gesetzgebungsvorhaben und Entwicklungen, die die betriebliche Weiterbildung betreffen. Im Mittelpunkt stand dabei die Digitalisierung in Deutschland und die daraus resultierenden Anforderungen an die betriebliche Weiterbildung.
Das Jahr 2025 war mit Neuwahlen, Koalitionsverhandlungen und Neuzuschnitten von Ministerien und Verantwortlichkeiten eine turbulente Zeit für das politische Berlin. Auch die Bestandsaufnahme zu den Auswirkungen von zwei Jahren Rezession und globalen Umwälzungen zeigte: Die Dynamik in der betrieblichen Beschäftigtenqualifizierung und der geförderten Weiterbildung ist hoch. Die Bildungsträger sind eng verflochten mit der deutschen Wirtschaft. Und der geht es mit nach wie vor erheblichen Standortnachteilen im internationalen Wettbewerb noch nicht gut.
Der inhaltliche Diskurs der Mitgliederversammlung fokussierte sich auf die Verlängerung der Übergangsregelung für selbständig tätige Lehrer*innen in der Bildungsbranche auf nunmehr den 31.12.2027, die Reformvorhaben laut Koalitionsvertrag – insbesondere die Reform des Fernunterrichtsschutzgesetzes, der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) und die umsatzsteuerliche Behandlung von Bildungsleistungen und auf die sonstigen Bürokratielasten - die die Bildungsdienstleister im Verband belasten. In fordernden Zeiten ist es umso wichtiger, dass ein Verband einen schlagkräftigen Vorstand hat. Mit dem Ausscheiden von Iris Plöger aus der Hauptgeschäftsführung des BDI zum Jahreswechsel hat der Vorstand in seiner Sitzung vor der Mitgliederversammlung Frau Kartin Haupt, Geschäftsführerin der DEKRA Akademie GmbH in den Vorstand des Verbandes kooptiert.
Mit Frau Dr. Anna Robra, Abteilungsleiterin Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V., Berlin und Mitglied des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg skizzierte die aktuellen Entwicklungen in der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik und bei der Bundesagentur für Arbeit. Die Verlagerung von Kosten von dem BMAS auf die BA und steigenden Arbeitslosenzahlen aufgrund der Rezession belasten die Bundesagentur. Hinzu kommen große Modernisierungsvorhaben wie die vollständige Digitalisierung der Arbeitsverwaltung, die Zeit und Ressourcen beanspruchen. Die Ausweitung der Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit sowie die zunehmende Belastung der Arbeitslosenversicherung mit versicherungsfremden Leistungen besorgt die BDA. Auch der Strauß der Gesetzgebungsvorhaben wird immer größer. Das SPD-geführte BMAS hat das Bundestariftreuegesetz durchgesetzt und nimmt auch das wegen der Diskontinuität nicht fortgeführte SGB-III Modernisierungsgesetz wieder auf. Lichtblick – zumindest durch die Straffung der Administration – ist die Abschaffung des Bürgergeldes und die Einführung der Grundsicherung. Aber es herrschte auch Einigkeit: Für die nachhaltige Vermittlung von Arbeitssuchenden in Beschäftigung ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen am Standort Deutschland der beste Turbo.
Frau Anja Olsok, Mitglied der Geschäftsleitung im Bitkom e.V. und Geschäftsführerin der Bitkom Servicegesellschaft mbH, Berlin gab im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung spannende Einblicke in den „state-of-the-art“ bei der Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung in Deutschland im internationalen Vergleich. Auch hier zeigte sich: Die Herausforderungen sind gewaltig und der Wettbewerb bei Künstlicher Intelligenz, Rechenzentrumskapazitäten und Qualifizierung von Beschäftigten, um sie fit für den digitalen Wandel zu machen, sind groß. Mit einer rasant anwachsenden Zahl von Erwerbstätigen in der ITK-Branche ist Deutschland aber auf einem besseren Wege, als oft angenommen wird, belegte Frau Olsok mit interessanten Daten und Fakten zur Digitalisierung.














